Veranstaltungstipp der Woche : Spätantik-koptische Textilien?

Foto: Inv. R 1906.172, Gewebefragment mit aufgenähten Zierstücken, 7.-10. Jh. n. Chr.
Foto: Inv. R 1906.172, Gewebefragment mit aufgenähten Zierstücken, 7.-10. Jh. n. Chr.

Für alle textilhistorisch Interessierten und alle, die gern etwas über zeitgenössische Forschung am Museum erfahren wollen, haben wir für die kommende Woche noch eine ganz besondere Empfehlung. Im Museum August Kestner (MAK) wird am Mittwoch im Rahmen der „Hannoverschen Altertumswissenschaftlichen Vorträge (HAV)“ Jennifer Moldenhauer, M.A. aus Münster ihre Arbeit zu spätantik-koptischen Textilien im MAK vorstellen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Spätantik-koptisch… nie gehört? Dann wird es Zeit! Hier schon einmal zum Reinschnuppern eine kleine Kostprobe des spannenden Themas , aber vorab erst noch einmal kurzgefasst die wichtigsten Daten:


Vortragstipp
Die Sammlung spätantik-koptischer Textilien im Museum August Kestner: Bestand und erste Entdeckungen
Termin : Mittwoch, 24.06.2015, 18.30 Uhr
Ort : Museum August Kestner, Trammplatz 3, 30159 Hannover
Referentin : Jennifer Moldenhauer M.A., Universität Münster


 Sofort nachdem so die erste Mumie ans Tageslicht gezogen, stürzten sämtliche Arbeiter und meine koptischen Führer herbei, um des Toten Hüllen loszureissen und ihn auf seinen Reichtum zu prüfen.“[1]

Die oftmals reich verzierten Gewänder, in denen koptische Mumien bestattet wurden, versetzten die Ausgräber aber auch die lokale Bevölkerung seit jeher in Staunen. Durch das günstige Klima Ägyptens sind uns die Gewänder aus spätantiker Zeit erhalten geblieben, teils vollständig, hauptsächlich aber in Form der Zierstücke, die die Gewänder einst schmückten. Nun soll erstmals der Bestand an spätantik-koptischen Textilien des MAK in Bezug auf den Provenienz- und Sammlungskontext, sowie die Herstellung und Materialverwendung vorgestellt werden. Selbstverständlich soll dabei auch ein Einblick in die überaus große Themenvielfalt der Zierstücke gegeben werden: Von ornamentalen Purpurwirkereien hin zu Eroten, Reiter- und Heiligendarstellungen, dem Halbgott Herakles, der alttestamentarischen Geschichte des Josef und dem Propheten Jonas.

An der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster studierte Jennifer Moldenhauer Kunstgeschichte, Klassische Archäologie, Christliche Archäologie und Byzantinistik. Sie ist seit 2014 mit der wissenschaftlichen Bearbeitung des Bestandes spätantiker Textilfragmente aus Ägypten im MAK betraut, das die Grundlage ihres Promotionsvorhaben bildet (gefördert durch The Danish National Research Foundation’s Centre for Textile Research, University of Copenhagen in Kooperation mit dem Historischen Seminar der Leibniz Universität Hannover).

[1] R. Forrer, Mein Besuch in El-Achmim. Reisebriefe aus Ägypten (Straßburg 1895) 41.

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