Ad fontes! Die Arbeit der Recherche-Gruppe

Was macht eigentlich die Recherche-Gruppe? Recherche bedeutet doch Nachforschung, Ermittlung, demnach forscht das Recherche-Team. Aber wonach forschen wir? Wie arbeiten wir? Was suchen wir? Von unserer Arbeit wollen wir heute berichten.

Wir suchen also nach Informationen. Jeder, der nach speziellen Informationen sucht, weiß, dass Google dein bester Freund sein kann – und so starteten wir unsere Arbeit. Einige Male steckten wir unsere Nasen auch in Wörterbücher und Lexika, um uns über den Ursprung einiger Begriffe klar zu werden. Wir fanden so Quellen, Datenbanken, Verweise auf Archive und Institute, sowie hier und dort auch auf Aufsätze und Bücher. Damit startet das Schneeballsystem: Hat man das erste Buch in der Bibliothek gefunden, schaute man nach rechts und links und findet weiteres Material zum Thema und jedes Buch selbst liefert Verweise auf andere. Die Archive und das Museum Steinhude selbst lieferten uns Quellen aus der Entstehungszeit des Hemdes.

Aber was haben wir da eigentlich gesucht und erforscht? Geht es nicht bei der Ausstellung in Steinhude um ein Hemd? Ja, so ist es. Wir stellten uns ganz zu Beginn der Ausstellungsplanung deshalb die Frage: Wer war das eigentlich der dieses Hemd gewebt hat und wie lebte er? Und hiervon ausgehend kam eins zum anderen: War er verheiratet, hatte er Kinder? Wie war das zu der Zeit, in der unser Weber, Johann Henrich Bühmann, lebte und webte? Wie sah es mit dem sozialen und politischen Leben in und um Steinhude aus? War Johann Henrich Mitglied einer Weberzunft oder war es eine Gilde? Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Zunft und einer Gilde? Oder was bedeutet eigentlich „nahtlos“? Warum ist ein Hemd ohne Naht eigentlich so besonders, gibt es heute nicht auch Wäsche ohne Naht? Viele dieser Fragen und noch viel mehr versuchen wir durch unsere Recherche zu beantworten.

Blog Recherche
Begriff „Gilde“ aus dem Zedler, Bd.10, Sp. 1470.

Auf dieser Weise sammelten wir eine Fülle an Informationen, die wir schon bei der Suche in glaubwürdige und zu hinterfragende Informationen gliederten, denn nicht jedes Stück Papier verrät, nur weil es alt ist, die Wahrheit. Einige unserer Quellen mussten wir auch noch entschlüsseln, manchmal ging es um alte Handschriften, ein anderes Mal um alte Druckschriften. So schlugen wir beispielsweise den Zedler, das Große vollständige Universal-Lexikon aus dem 18. Jahrhundert, auf, um Begriffe nachzuschlagen, jedoch mussten wir erst einmal die Schrift entziffern.

Momentan ist es noch unsere Aufgabe, die Quellen und die Literatur so aufzuarbeiten, dass wir die wichtigsten Information gebündelt haben, damit keine oder kaum noch Fragen offen sind und die Besucher des Museums ein komplettes Bild geliefert bekommen.

Aber jetzt sollt ihr nicht das Bild von uns haben, wir hätten unsere Nasen nur in Bücher und Archive gesteckt, denn das stimmt so nicht. Forschen heißt immer auch Austausch: So erstellten wir Fragebögen und verschickten diese, redeten mit Freunden auf der ganzen Welt über den Begriff „nahtlos“ und seine Bedeutung und haben auch Kontakt zu anderen Forschern und Forscherinnen geknüpft, zum Beispiel nach Schottland und Dänemark, und sogar nach Israel. Warum? Das verraten wir euch zu einem späteren Zeitpunkt!

C.W./J.B./ St.K.

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