Auf die richtige Mischung kommt es an – Die Arbeit der Objektgruppe

Wenn das Ausstellungsdrehbuch das Rezept ist, dann ist die Arbeit der Objektgruppe vergleichbar mit einer Einkaufstour im Feinkostladen – man schaut sich um, man hat seine Liste, man will ganz viel haben, aber letztlich bekommt man das meiste nicht, weil es sehr rar und teuer ist, ausverkauft oder unauffindbar. Für eine Sonderausstellung zum Hemd ohne Naht nehme man also…

Leerer_Raum
Alles beginnt mit einem Raum, der gefüllt werden will.

(1)… erst einmal ein gutes Grundrezept: Das Hemd ohne Naht ist das zentrale Objekt – klar, aber da braucht es noch mehr! Was unterstreicht die Besonderheit und bringt das feine Aroma heraus? Einen Einheitsbrei werden wir nicht kochen und ein Gericht ganz ohne Beilagen und Würze ist auch recht fad, sie gehören einfach dazu – dürfen aber nicht dominieren. Also her mit den passenden Zutaten! Hier ist Teamwork gefragt: Aus den Themenideen der Drehbuchgruppe und den Ergebnissen der Recherchegruppe werden die idealen Beilagen herausgefiltert. Sie müssen inhaltlich zum Thema des jeweiligen Ausstellungsteils passen, Verbindungen zur Vergangenheit und Gegenwart schaffen und ganz wichtig: die Besucher anregen (also den Gaumen kitzeln). Ausgehend hiervon wird geplant und gesucht: Was passt überhaupt? Was haben wir? Was wollen die Besucher?

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Manches, das passen könnte, ist leider zu kostbar…

(2) … eine gute Portion Zeit und Geduld. Mit dieser Liste geht man nun hinaus in die Welt und sucht, schreibt Mail um Mail, telefoniert herum und fragt Kontakte nach den besten Bezugsquellen. Man wartet, wird verwiesen, man trifft auf geschlossene Läden und exorbitante Preise. Hier heißt es dann Entscheidungen treffen:  Was brauchen wir wirklich? Passt das in unseren Ofen… ähm… die Vitrinen?

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… da hilft es, zu improvisieren und zu suchen, was ähnlich gut schmeckt.

(3) … einen Schuss Improvisationstalent, oder kurz: Passt unsere korrigierte Einkaufsliste jetzt noch zum Rezept? Hier ist zu schauen, was wirklich schmeckt und was dann doch lieber im Laden bzw. Lager bleiben sollte, bevor es uns schwer im Magen liegt. Es kommt schließlich nicht auf die Masse an, sondern auf die Qualität. Dies bringt viele neue, kreative Ideen und Aspekte zu Tage, an die man vorher gar nicht gedacht hätte. Wer hätte vor 20 Jahren schon Oliveneis gegessen? Erst jetzt folgt nun der eigentliche Einkauf mit Beleg, Unterschrift – und natürlich Rückgabegarantie, allerdings von unserer Seite ;-). Die Ausstellung kann fast beginnen. Zuletzt fehlt nur die finale Würze: Die Texte. Aber das ist die Arbeit der Recherchegruppe.

St.K/ S.K.

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